Einkommensteuer in Rumänien




Nettolöhne und Lohnnebenkosten

Im Allgemeinen werden in Rumänien Nettolöhne verhandelt. Rechnet man alle Lohnnebenkosten und sonstigen Abgaben hinzu, muss etwa der 1, 5 -fache Wert angesetzt werden. Zu den Jahreswechseln 2002/2003 bzw. 2003/2004 wurden die Lohnnebenkosten per Verordnung gesenkt. Unter anderem wurde die Schwerbehindertenabgabe ersatzlos gestrichen und die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung sowie für die Renten- und Krankenversicherung gesenkt. Allerdings wurde die Bemessungsgrenze für die Rentenversicherung auf fünf statt wie bisher drei Bruttodurchschnittslöhne erhöht. Damit werden die besser verdienenden Arbeitnehmer (und damit in den meisten Fällen der Arbeitgeber) stärker belastet. Seit dem ersten April 2004 ist eine gesetzliche Unfallversicherung in Kraft getreten.



- Chronik Rumänien:

Ab 2000 v. Chr.
Der nördliche Zweig indoeuropäischer Thraker, die Daker und die Geten, siedeln auf dem Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien.

Ab 7. Jahrhundert v. Chr.
Die auf dem Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien lebenden Geten und Daker betreiben Eisenverhüttung und -verarbeitung zu Waffen, Arbeitsgeräten und Schmuck.

Etwa ab dieser Zeit gründen Griechen entlang der nordwestlichen Schwarzmeerküste die Stadtstaaten Istros (heute Histria im Donaudelta; 657), Tomis (heute Constanta; 550) und Kallatis (heute Mangalia nahe der Grenze zu Bulgarien) und beginnen, mit den geto-dakischen Stämmen Handel zu treiben. Die Griechen bringen Wein, Öl und andere Luxusartikel ins Land, während diese dafür Getreide, Honig, Wachs und Sklaven erhalten.

Ab 80 v. Chr.
Dakerkönig Burebista einigt die geto-dakischen Stämme und erobert bis 48 v. Chr. die griechischen Stadtstaaten an der heutigen rumänischen Schwarzmeerküste.

Ab 29 v. Chr.
Die Schwarzmeerstädte und die Dobrudscha (heute rumänische Region am westlich des Unterlaufs der Donau) werden von den Römern eingenommen.

106 n. Chr.
Nach jahrelanger heftigster Gegenwehr des Dakerkönigs Decebal nehmen die Truppen des römischen Kaisers Trajan seine Hauptstadt Sarmizegtusa Regia (Rumänien) ein und das Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien wird zur römischen Provinz „Dacia“ (Dakien). In den Städten wird Latein zur Umgangssprache und die Bevölkerung wird romanisiert (deshalb der heutige Landesnahme Rumänien und die Ähnlichkeit der rumänischen Sprache mit dem Italienischen, dem „modernen“ Latein).

271 n. Chr.
Aufgrund der ständigen Einfälle der Westgoten ziehen sich die Römer an die Donaugrenze zurück, d.h. die Römerzeit im Gebiet der heutigen „Republika Moldova“ (Republik Moldau bzw. Moldawien) ist beendet.

Ab 4. Jahrhundert
Das Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien wird in stetem Wechsel von Hunnen, Awaren und Slawen heimgesucht, wobei ab dem 6. Jahrhundert die Vermischung der dakisch-römischen Bevölkerung mit slawischen Siedlern und die Aufnahme slawischer Sprach- und Kulturelemente in die dakisch-römische Kultur zur Herausbildung des rumänischen Volkes führt, das erstmals im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Gebiet der heutigen „Republica Moldova“ erwähnt wird.

Ab 17. Januar 395
Nach der Teilung des Römischen Reiches durch Kaiser Theodosius gehört die Dobrudscha und das Gebiet südlich der Donau (Bulgarien) zum Oströmischen (Byzantinischen) Reich (Hauptstadt Konstantinopel/Byzanz – heute Istanbul).

602 n. Chr.
Mit dem Fall des „Donau-Limes“ durch vordringende Slawenstämme ist die Herrschaft des Oströmischen Reiches auch in der Dobrudscha und somit im heutigen Rumänien beendet.

Ab 9. Jahrhundert
Vom heutigen Bulgarien aus gelangt das kyrillische Alphabet und die christlich-orthodoxe Religion in das Gebiet des heutigen Rumänien.

Ab 1000 nach Christus
Die Magyaren (Ungarn) beginnen, vom Karpatenraum Besitz zu nehmen (Transsilvanien). Die ungarischen Könige holen sich zur Kolonisierung und zur Sicherung der Grenzen ihrer sieben Verwaltungsbezirke („Siebenbürgen“) den Deutschen Ritterorden und deutsche Siedler ins Land, die allgemein als „Sachsen“ bezeichnet werden, obwohl sie überwiegend von der Mosel und vom Rhein stammen. Die Rumänen hingegen werden zumeist zu Leibeigenen bzw. vertrieben.

Ab 1225 nach Christus
Der Deutsche Ritterorden muss Siebenbürgen verlassen, nachdem er versucht hat, einen eigenen Staat zu gründen. Gleichzeitig werden die dem ungarischen König treu ergebenen deutschen Siedler, die mittlerweile mehrere reiche Städte gegründet haben, von König Andreas II. als „sächsische Nation“ anerkannt und erhalten das Selbstverwaltungsrecht.

Ab 1324 n. Chr.
Fürst Basarab (bis 1352) gelingt es, den Süden des heutigen Rumänien zum Fürstentum Walachei zu vereinen, das bereits 1330 die ungarische Oberhoheit abschütteln kann und vor allem unter Mircea cel Batrân (Mircea dem Alten;1386-1418) politisch und wirtschaftlich erstarkt.

1362 n. Chr.
Bogdan I. gründet östlich der Karpaten das von Ungarn unabhängige Fürstentum Moldau, das bald auch einen Großteil der heutigen „Republica Moldova“, einige heutige ukrainische Gebiete im Norden (u.a. die sogenannte „Bukowina“) und im Süden das heute ebenfalls zur Ukraine gehörende Gebiet zwischen Dnjestr und Donau umfaßt.

Ab 1419
Die Dobrudscha wird von den aus Südosten vordringenden Osmanen (Türken) erobert, die bereits seit Mitte des 14. Jahrhunderts Herren über die kleinasiatische Halbinsel (ohne Konstantinopel) und Teile des Balkans sind. Das Fürstentum Walachei stellt sich freiwillig unter die Oberhoheit der Osmanen und leistet Tribut.

Ab 1448
Walachenfürst Vlad III. Tepes (Vlad der Pfähler) liefert sich mit den Osmanen erbitterte Kämpfe und kann sie schließlich aus der Walachei vertreiben. Doch bereits nach seinem Tod im Jahre 1477 gerät das Gebiet wieder unter die Oberhoheit der Türken und muss horrende Tributzahlungen leisten.

Ab 1456
Das Fürstentum Moldau unterwirft sich den Osmanen, die 1453 auch Konstantinopel, die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches eingenommen und als „Istanbul“ zur Hauptstadt ihres rasch wachsenden Osmanischen Reiches gemacht haben.

Ab 1470
Stefan cel Mare (Stephan der Große; 1454-1504) kann das Fürstentum Moldau von der Oberhoheit der Osmanen befreien.

1511
Das Fürstentum Moldau gerät erneut unter die Oberhoheit des Osmanischen Reiches.

1526
Transsilvanien (Siebenbürgen) wird nach der Niederlage der Ungarn bei Mohács ebenfalls zu einem unter der Oberhoheit der Osmanen stehenden Fürstentum, dem 1553 die sogenannte „Maramuresch“ (Region im Nordwesten des heutigen Rumänien) angegliedert wird.

1593
Walachenfürst Mihai Viteazul (Michael der Tapfere) siegt mit Unterstützung der österreichischen Habsburger über ein Türkenheer, besetzt die Fürstentümer Transsilvanien und Moldau und gründet ein Einheitsreich, das jedoch bereits nach seiner Ermordung im Jahre 1601 wieder zerbricht und erneut unter osmanische Oberhoheit gerät.

1613
Gábor Bethlen wird Fürst von Siebenbürgen. Er erklärt die katholischen Habsburger zu seinen Hauptfeinden. 1620 wird er zum ungarischen König gewählt und erringt erste Erfolge gegen die österreichischen Habsburger.

1630
Während György Rákóczi I. die Erfolgspolitik seines Vorgängers weiterverfolgt, muss sein Sohn György Rákóczi II. schwere Niederlagen sowohl gegen die Habsburger als auch gegen die Türken einstecken. Nach seinem Tode im Jahre 1660 wird Siebenbürgen endgültig Provinz des Osmanenreiches.

1664
Im „Frieden von Vasvár“ bestätigen die Habsburger den Türken die eroberten Gebiete.

Ab 1683
Nach dem Scheitern der osmanischen Belagerung Wiens rücken die österreichischen Habsburger allmählich wieder nach Osten vor.

1699
Nach schweren Niederlagen gegen die Österreicher verzichtet das Osmanische Reich im „Frieden von Karlowitz“ auf ganz Ungarn und Siebenbürgen. Für die Ungarn bedeutet dies zwar das Ende der Türkenherrschaft, gleichzeitig jedoch den Beginn der Willkürherrschaft der Österreicher.

1703
Unter der Führung des Fürsten von Siebenburgen, Ferenc Rákoczi II., erheben sich die Ungarn gegen die Herrschaft der Habsburger.

1711
Die Habsburger schlagen den Rákoczi-Aufstand nieder. Der ungarische Adel schwört den Habsburgern wieder Treue, der Friede von Szatmár erkennt die Autonomie des ungarischen Staates in der österreichischen Monarchie an.

Ab 1711
Nach gescheiterten Aufständen des Moldaufürsten Dimitrie Cantemir (er hatte sich mit dem russischen Zaren Peter den Großen verbündet) bzw. des Fürsten der Walachei, Constantin Brâncoveanu, gegen die Vorherrschaft der Osmanen verpachtet Sultan Ahmed III. die Fürstentümer Moldau und Walachei (1716) an griechische Kaufleute in Istanbul, die nach dem Stadtteil Phanar, wo der griechisch-orthodoxe Patriarch residierte, Phanarioten genannt werden.

1718
Der westliche Teil des Fürstentums Walachei wird von den österreichischen Habsburgern erobert, die nach Vertreibung der einheimischen Bevölkerung im Banat (heute Südwest-Rumänien) deutsche Bauern ansiedeln („Banater Schwaben“).

1775
Das Fürstentum Moldau verliert die südliche Bukowina (heute Nordost-Rumänien) an die österreichischen Habsburger.
Ab 1783
Im unter der Oberhoheit der Habsburger stehenden Fürstentum Transsilvanien wird ein Aufstand der rumänischen Bauern gegen die Leibeigenschaft blutig niedergeschlagen.

Ab 1792
Rußland erobert in mehreren Feldzügen gegen die Osmanen bis 1812 ganz Bessarabien, d.h. das Gebiet des heutigen souveränen Staates Moldawien östlich des Flusses Pruth.

1821
In den noch unter der Oberhoheit der Osmanen stehenden Teilen der Walachei und Moldaus werden nach Niederschlagung von Aufständen der Bevölkerung unter Alexandru Ipsilantis bzw. Tudor Vladimirescu gegen die ausbeuterischen griechischen Phanarioten wieder einheimische Fürsten eingesetzt.

Ab 1828
Beim Eingreifen Rußlands an der Seite der sich gegen die Osmanen erhebenden Griechen besetzen russische Truppen die Walachei und Moldau, die 1831 mit einer „Organischen Regelung“ unter russisches und osmanisches Protektorat gestellt werden.

1848
Während eine Revolutionsbewegung nach französischem Vorbild in Moldau und Walachei von türkischen und russischen Truppen blutig niedergeschlagen wird, können sich die Rumänen unter der Führung von Avram Iancu in Transsilvanien mehr Rechte erkämpfen.

30. März 1856
Aufgrund des Eingreifens Großbritanniens und Frankreichs zugunsten der Türken verliert Rußland den sogenannten „Krimkrieg“ und damit u.a. den größten Teil Bessarabiens, das nun wieder dem Fürstentum Moldau angegliedert wird. Der Vertrag von Paris stellt die Fürstentümer Walachei und Moldau unter osmanische Oberhoheit und den Schutz der Westmächte.

17. Januar 1859
Die Fürstentümer Moldau (einschließlich Bessarabiens) und Walachei einigen sich auf Betreiben Napoléons III. auf einen gemeinsamen Herrscher, den moldauischen Adligen Alexandru Ioan Cuza.

24. Dezember 1861
Alexandru Ioan Cuza proklamiert unter der Oberhoheit des Osmanischen Reiches die Vereinigung der Moldau und der Walachei zum neuen Einheitsstaat „România“ (Rumänien) mit der Hauptstadt Bukarest. Mit einer Reformpolitik nach französischem Vorbild beginnen Cuza und sein Ministerpräsident Mihai Kogalniceanu, Wirtschaft und Gesellschaft zu modernisieren. U.a. durch die Verteilung von Herrenland an die Bauern gerät Cuza jedoch bei der Oberschicht (Adel und Klerus) schnell in Mißkredit und wird bereits im Februar 1866 zum Rücktritt gezwungen. Als internationalen Prestigeträger holt man (auf Empfehlung Napoléons III.) nun Karl von Hohenzollern-Sigmaringen ins Land, (der 1877 für Rumänien die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erreicht, 1881 als Carol I. die Königswürde erhält und bis zu seinem Tod im Jahre 1914 regiert).

1867
Transsilvanien, Maramuresch und Banat werden Ungarn angeschlossen und „magyarisiert“.

1876
Der Nationalliberale Ion C. Bratianu wird Ministerpräsident des Fürstentums Rumänien. Mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 1881 leitet er die rumänische Politik bis 1888.

21. Mai 1877
Die parlamentarische Versammlung des Fürstentums Rumänien proklamiert während des achten russisch-türkischen Krieges die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich und stellt die Tributzahlungen ein.

13. Juli 1878
Der im Jahr zuvor begonnene achte russisch-türkische Krieg endet für die Truppen des russischen Zaren Alexander II. mit einem Sieg über das Osmanische Reich. Durch den „Berliner Vertrag“ zwischen den europäischen Großmächten und dem Osmanischen Reich, der die Gebietsverteilung auf dem Balkan neu ordnet, wird u.a. Bessarabien, d.h. das Gebiet des heutigen souveränen Staates Moldau (Moldawien), wieder russisch, während die Nord-Dobrudscha an Rumänien fällt, dessen Unabhängigkeit anerkannt wird.

26. März 1881
Das Parlament in Bukarest proklamiert das Fürstentum Rumänien zum Königreich. Karl von Hohenzollern-Sigmaringen wird als Carol I. zum König gekrönt.

1893
In Bukarest wird die „Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rumäniens“ gegründet.

Februar 1907
Eine am 8. Februar begonnene Revolte rumänischer Kleinbauern gegen die adligen Großgrundbesitzer (Bojaren) wird blutig niedergeschlagen. Dabei kommen rund 11.000 Menschen ums Leben.

Juni 1913
Rumänien verbündet sich im zweiten Balkankrieg mit Serbien und Griechenland gegen seinen südlichen Nachbarn Bulgarien und erhält im „Frieden von Bukarest“ von Bulgarien die Süd-Dobrudscha.

10. Oktober 1914
Nach dem Tod von König Carol I. besteigt sein Sohn Ferdinand I. den rumänischen Thron in Bukarest.

Ab 1916
An der Seite der Entente-Mächte Frankreich, Großbritannien und Rußland nimmt Rumänien am Ersten Weltkrieg teil, wird jedoch fast bis zum Kriegsende (1918) von Truppen der Mittelmächte (Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien, Türkei) besetzt.

Januar 1920
Mit der Unterzeichnung der Pariser Friedensverträge gewinnt Rumänien den Ostteil des Banats, ganz Transsilvanien (Siebenbürgen), die Bukowina, ganz Bessarabien (wird von Sowjetrußland allerdings nicht anerkannt) sowie die gesamte Dobrudscha und wird damit praktisch über Nacht zum Vielvölkerstaat Groß-Rumänien (Verdoppelung des bisherigen Territoriums).

1921
Rumänien unterzeichnet Bündnisverträge mit der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Polen.

1923
Eine neue Verfassung macht Rumänien zur parlamentarischen Monarchie.

1925
Aufgrund schwerer innenpolitischer Spannungen muss König Ferdinand I. auf den Thron verzichten.

20. Juli 1927
Nach dem Tod von König Ferdinand I. übernimmt ein Regentschaftsrat für seinen sechsjährigen Enkel Mihai (Michael) die Amtsgeschäfte, da dessen Vater, der 34jährige Carol, wegen eines Eheskandals auf den Thron verzichten muss.

1928
Erste freie Wahlen in Rumänien enden mit dem Sieg der „Nationalen Bauernpartei“ unter Regierungschef Iuliu Maniu. Aufgrund großer wirtschaftlicher Probleme kommt es im Agrarstaat Rumänien in den nächsten Jahren zu schweren innenpolitischen Spannungen und zahlreichen Regierungswechseln.

7. Juni 1930
König Mihai I. muss zugunsten seines vom Parlament zurückgeholten Vaters Carol abdanken, unter dessen Regentschaft die faschistische Partei „Eiserne Garde“ in Rumänien zunehmend an Einfluß gewinnt. Carol II. selbst beschränkt die Meinungsfreiheit, erläßt Gesetze zur Unterdrückung der jüdischen Minderheit und lehnt sich, vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen, näher an Deutschland an.

1933
Rumänien unterzeichnet einen Nichtangriffspakt mit der UdSSR, die nun auf Bessarabien verzichtet.
Das vor dem Staatsbankrott stehende Rumänien wird bis 1937 unter die Finanzkontrolle des Völkerbunds gestellt.

1938
Nach dem Wahlsieg der rechtsextremen Gardisten setzt König Carol II. die Verfassung außer Kraft, läßt alle politischen Parteien verbieten und übernimmt selbst die Regierungsgeschäfte.

Juni 1940
Aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts – der sowjetische Diktator Josef Stalin und sein deutscher „Kollege“ Adolf Hitler hatten sich in einem Geheimabkommen am 23. August 1939 auf die Aufteilung Polens und Ostmitteleuropas zwischen der UdSSR und Deutschland geeinigt – besetzt die sowjetische „Rote Armee“ Bessarabien und die Nord-Bukowina, ungarische Truppen marschieren in Nord-Transsilvanien und bulgarische in die Dobrudscha.

6. September 1940
König Carol II. ernennt unter deutschem Druck General Ion Antonescu zum Regierungschef mit unbeschränkten Vollmachten, der ihn noch am selben Tag zur Abdankung zugunsten seines Sohnes, des Ex-Königs Mihai I., zwingt.

18. Januar 1941
Mit Hilfe der rechtsextremen „Eisernen Garde“ macht sich General Ion Antonescu zum Alleinherrscher über Rumänien und ruft den faschistischen „Nationalen Staat der Legionäre“ aus.
Als die „Eiserne Garde“ mehr politische Macht verlangt, läßt Antonescu auch sie verbieten und in der Folgezeit zigtausende Widerstandskämpfer hinrichten.
In der Hoffnung, die verlorengegangenen Gebiete zurückzubekommen, verbündet er sich mit dem Deutschen Reich, wodurch den rumänischen Truppen beim Angriff der Deutschen auf die UdSSR im Juni wieder der Einzug in Bessarabien und der Bukowina gelingt.
Obwohl sich Ion Antonescu gegen die Deportation der rumänischen Juden ins polnische Konzentrationslager Auschwitz stellt, läßt er die in Bessarabien und in der Bukowina lebenden Juden sowie die rumänischen Roma in eigenen Straflagern internieren, wo etwa 100.000 von ihnen ihr Leben verlieren. Im weiteren Verlauf des Krieges finden auch unzählige rumänische Soldaten den Tod, u.a. vor Stalingrad im Winter 1942/43.

1944
König Mihai I. nimmt Geheimverhandlungen mit den Westmächten und mit der UdSSR auf, deren Truppen bereits wieder in Bessarabien stehen und in Richtung Bukarest vorrücken. Am 23. August läßt er Ion Antonescu inhaftieren und erklärt dem Deutschen Reich völlig überraschend den Krieg. (Ion Antonescu wird am 1. Juni 1946 als Kriegsverbrecher erschossen.) Die 1938 suspendierte Verfassung von 1923 wird wieder in Kraft gesetzt.
Bis Ende August wird ganz Rumänien von der sowjetischen „Roten Armee“ besetzt.

12. September 1944
Rumänien und die UdSSR unterzeichnen einen Friedensvertrag. Rumänien muss endgültig auf Bessarabien und die Nord-Bukowina verzichten und an die Sowjetunion extrem hohe Wiedergutmachungszahlungen leisten.

März 1945
Auf sowjetischen Druck hin übernimmt in Rumänien die von Kommunisten und Sozialisten dominierte „Nationaldemokratische Front“ unter Petru Groza die Macht. In einer Bodenreform wird Landbesitz von Deutschen sowie von „Kollaborateuren“ und Besitz von über 50 Hektar im allgemeinen verstaatlicht.
Rumänien erhält Nord-Siebenbürgen wieder zurück, die Süd-Dobrudscha verbleibt jedoch bei Bulgarien.

10. Februar 1947
In den Pariser Friedensverträgen werden die Grenzen Rumäniens endgültig festgelegt.
(Mit 238.391 Quadratkilometern ist Rumänien etwa zwei Drittel so groß wie Gesamt-Deutschland.)

30. Dezember 1947
König Mihai I. wird zur Abdankung und zur Emigration gezwungen. Am selben Tag wird die „Republika Populara România“ (Volksrepublik Rumänien) ausgerufen, die wenig später eine an der Sowjetunion orientierte Verfassung erhält. Die kommunistische und die sozialistische Partei fusionieren zur Einheitspartei RAP (Rumänische Arbeiterpartei) unter Führung des absolut „Moskau-treuen“ Georghe Georghiu-Dej, der bis zu seinem Tod im Jahre 1965 der unumstrittene Machthaber in Rumänien bleiben soll. Alle übrigen Parteien werden ausgeschaltet. Industrie und Handel werden verstaatlicht, die Landwirtschaft kollektiviert und das Gesellschaftssystem in enger Anlehnung an die UdSSR „umgestaltet“. Zigtausende Intellektuelle und Oppositionelle verschwinden in Zwangsarbeitslagern.

2. April 1948
Constantin Parhon wird Staatsoberhaupt Rumäniens.

25. Januar 1949
Die UdSSR, Bulgarien, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei und Ungarn gründen die Wirtschaftsgemeinschaft COMECON (Council for Mutual Economic Assistance bzw. Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe – auch RGW), der 1950 auch die „Deutsche Demokratische Republik“ (DDR) und Albanien angeschlossen werden.

3. Juni 1952
Petru Groza wird Staatsoberhaupt Rumäniens.

14. Mai 1955
Als Gegengewicht zum westlichen Verteidigungsbündnis NATO (North Atlantic Treaty Organization) gründet die UdSSR (kurz nach dem Betritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO) mit den in ihrem Machtbereich befindlichen Volksdemokratien den „Warschauer Pakt“ (Polen, Tschechoslowakei, DDR, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien).

11. Januar 1958
Ion Georghe Maurer wird Staatsoberhaupt Rumäniens.

1958
Parteichef Georghe Georghiu-Dej erreicht, dass die in Rumänien stationierten sowjetischen Truppen abgezogen werden.

21. März 1961
Parteichef Georghe Georghiu-Dej übernimmt auch das Amt des rumänischen Staatsoberhaupts. Er leitet nun eine vorsichtige Distanzierung zur UdSSR ein.

1963
Beginn der politischen Verselbständigung gegenüber Moskau und einer teilweisen Öffnung gegenüber dem Westen bzw. westlichen Besuchern unter Regierungschef Ion Georghe Maurer.

24. März 1965
Nach dem Tod von Georghe Georghiu-Dej wird Chivu Stoica neues rumänisches Staatsoberhaupt. Neuer RAP-Chef wird Nicolae Ceaucescu, der für die Umbenennung der Partei in „Kommunistische Partei Rumäniens“ (KPR) sorgt.

21. Juni 1965
Rumänien wird in „Republika Socialista România“ (Sozialistische Republik Rumänien) umbenannt.

9. Dezember 1967
Parteichef Nicolae Ceaucescu übernimmt auch das Amt des rumänischen Staatsoberhaupts. Er distanziert sich immer mehr von der Sowjetunion und nähert sich der VR China an. Innenpolitisch übt er mehr und mehr persönliche Macht aus und besetzt wichtige Ämter mit Verwandten bzw. ihm treu Ergebenen. Die wirtschaftlichen Probleme Rumäniens führen zu einem immer düsteren sozialen Klima, während die Regierung immer zentralistischer und repressiver wird.

20. August 1968
Der Reformsozialismus in der CSSR („Prager Frühling“) wird durch den Einmarsch einer 400.000 Mann starken Warschauer-Pakt-Truppe (UdSSR, DDR, Polen, Ungarn, Bulgarien) in die Tschechoslowakei beendet. Rumänien beteiligt sich nicht an der Intervention, und Albanien, das den Einmarsch ebenfalls verurteilt, tritt aus dem Verteidigungsbündnis aus.

8. Dezember 1972
Als erstes Land des Ostblocks tritt Rumänien dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bei.

1974
Eine Verfassungsänderung führt in Rumänien das Amt des Staatspräsidenten mit umfassenden Vollmachten ein, das von Nicolae Ceaucescu besetzt wird. Damit wird die Machtstellung des „Conducators“ (Führer) weiter gefestigt, der sich nun mit Hilfe seiner Geheimpolizei „Securitate“ zum despotischen Alleinherrscher „à la Stalin“ entwickelt und einen geradezu absurden Personenkult um sich selbst und seine Familie errichtet. Intellektuelle werden ausgeschaltet, die Auslandskontakte der Bevölkerung so gut wie verboten. Vor allem die Lage der Minderheiten (Ungarn, Deutsche, Roma, Juden, Ukrainer), denen es bisher relativ gut ging, verschlechtert sich rapide. Aufkommende Unruhen werden sofort aufs brutalste im Keim erstickt.

Juli 1975
Sintflutartige Regenfälle führen in Rumänien zu einer Flutkatastrophe, die einen Großteil der Ernte vernichtet.

1976
Als erster Warschauer-Pakt-Staat nach der Sowjetunion nimmt Rumänien diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland und den USA auf.

4. März 1977
Ein Erdbeben, das vor allem in der Hauptstadt Bukarest schwere Schäden anrichtet und zahlreichen Menschen das Leben kostet (eine Zahl wird nie bekanntgegeben), hat für die rumänische Wirtschaft katastrophale Folgen.

1978
Queen Elizabeth II. von Großbritannien schlägt den rumänischen Staats- und Regierungschef Nicolae Ceaucescu als Anerkennung für seine (angebliche) mutige Gratwanderung zwischen Ost und West zum Ritter. Wenig später berichtet der ehemalige rumänische Chefnachrichtendienstler Ion Pacepa im Westen über den herrschenden Terror in Rumänien.

September 1979
Der Einmarsch sowjetscher Truppen in Afghanistan wird von der rumänischen Staatsführung scharf kritisiert.

Ab 1980
Rumänien gilt weltweit als nicht mehr kreditwürdig. Obwohl der Großteil der rumänischen Bevölkerung ohnehin in bitterster Armut lebt, startet Staats- und Parteichef Nicolae Ceaucescu zur Reduzierung der Auslandsverschuldung nun ein rigoroses Sparprogramm im Konsum- und Sozialbereich, das der Bevölkerung das Äußerste abverlangt (u.a. Exportsteigerung auf Kosten der Inlandversorgung, drastische Einschränkung des privaten Energieverbrauchs, Lohnkürzungen). Gleichzeitig läßt er aber Prestige-Großbauten wie z.B. den 64 Kilometer langen Donau-Schwarzmeerkanal (Einweihung Mai 1984) errichten oder in Bukarest einen großen Teil des historischen Altstadtkerns niederwalzen (u.a. Abriß von Kirchen), um Platz für überdimensionale Prachtbauten zu schaffen. Demonstrationen und Streiks u.a. gegen Lohnkürzungen, Rationalisierungen und Diskriminierung der Minderheiten werden von Miliz und Geheimpolizei blutig niedergeschlagen.

1982
Diktator Nicolae Ceaucescu verabschiedet ein Auswanderungssteuergesetz („Kopfgeld-Dekret“). Die Auswanderungswilligen (überwiegend Deutsche und Juden) müssen ihre „Schulden“ gegenüber dem Staat in (verbotener) konvertierbarer Währung begleichen.

Juli 1984
Rumänien nimmt als einziges COMECON-Land an den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles teil.

Mai 1988
Staats- und Parteichef Nicolae Ceaucescu bestreitet energisch aufkommende Gerüchte, dass er tausende Dörfer mit überwiegend deutscher und ungarischer Bevölkerung dem Erdboden gleichmachen wolle, um neue Agrarflächen zu schaffen. Doch genau damit läßt er nach Verabschiedung des so genannten „Systematisierungsgesetzes“ beginnen. Vor allem in der Walachei werden unzählige über Jahrhunderte hinweg gewachsene dörfliche Strukturen zerstört. Die Bewohner werden in die Vorstädte zwangsumgesiedelt, wodurch sich die prekäre wirtschaftliche Lage Rumäniens noch weiter verschärft.

Juli 1988
Nicolae Ceausescu verurteilt die ungarischen Demokratiebewegungen, schließt die Grenzen zu Ungarn und führt trotz der sich abzeichnenden politischen Wende in den übrigen Ostblockstaaten seine von stalinistischen Terrormethoden geprägte Innenpolitik unbeirrt weiter. Der Diktator kann sich zwar rühmen, Rumäniens Auslandsschulden fast völlig getilgt zu haben, doch die Bevölkerung lebt mittlerweile in vollkommenem Elend.

November 1988
Mit der Ausweisung des rumänischen Botschafters aus Ungarn erreichen die rumänisch-ungarischen Beziehungen einen absoluten Tiefpunkt.

Dezember 1989
Eine von Temesvar (Timisoara) im Banat ausgehende landesweite Volkserhebung gegen das Ceaucescu-Regime führt zu einem von der Miliz und der berüchtigten Geheimpolizei „Securitate“ veranstalteten Blutbad unter der Bevölkerung. Das Blatt wendet sich erst, als sich das Militär dem Aufstand anschließt. Am 22. Dezember wird Nicolae Ceaucescu gestürzt und nach Aburteilung von einem Sondergericht zusammen mit seiner Frau Elena am 25. Dezember an einem unbekannten Ort hingerichtet. Der Revolutionsrat „Front zur nationalen Rettung“, der sich aus ehemaligen kommunistischen Führungskräften, Militärs und Dissidenten zusammensetzt, übernimmt unter dem Vorsitz von Ion Iliescu und Petru Roman die Macht. Die „Sozialistische Republik Rumänien“ wird zur „Republik Rumänien“ erklärt und das Mehrparteiensystem eingeführt.

21. März 1990
Im siebenbürgischen Neumarkt kommt es zwischen nationalistischen Rumänen und der ungarischen Minderheit zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen, die Tote und Verletzte fordern.

20. Mai 1990
Die „Front zur Nationalen Rettung“ (FDSN), die sich inzwischen als Partei konstituiert hat, gewinnt die ersten freien Wahlen in Rumänien mit überwältigender Mehrheit. Die Opposition spricht von massiver Wahlbeeinflussung. Ex-Kommunist Ion Illiescu wird direkt vom Volk im Amt des Staatspräsidenten bestätigt. Ministerpräsident wird Petru Roman.

1991
Gemäß der neuen Verfassung werden der rumänische Staatspräsident, der über umfangreiche Vollmachten verfügt, und das aus Abgeordnetenhaus (328 Sitze) und Senat (143 Sitze) bestehende Parlament künftig alle vier Jahre direkt vom Volk gewählt. In der Verfassung verankert sind auch die Rechte der nationalen Minderheiten (etwa 1,6 Millionen Ungarn, ca. 1,5 Millionen Roma und rund 85.000 Deutsche. Trotzdem kommt es vor allem gegen die Zigeuner immer wieder zu von der Regierung geschürten rassistischen Gewalttaten.

1. April 1991
Einhergehend mit dem Zerfall der Sowjetunion werden der „Warschauer Pakt“ und die Wirtschaftsgemeinschaft COMECON aufgelöst.

21. April 1992
In Bukarest unterzeichnen der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher und sein rumänischer Amtskollege Adrian Nastase einen Freundschaftsvertrag zwischen ihren beiden Ländern.



1. September 1992
Die rumänische Regierung verschärft die Einreisebedingungen für Bürger aus 24 Staaten. Diese müssen ab sofort eine behördlich beglaubigte Einladung, einen Mindestgeldbetrag sowie ein Rückflugticket bzw. eine Rückfahrkarte vorweisen können. Die Regelung gilt vor allem für arabische Staaten und Länder der Dritten Welt, aber auch für alle ehemaligen Sowjetrepubliken außer Moldau sowie für Albanien.

27. September 1992
Bei den Präsidentschaftswahlen erringt Amtsinhaber Ion Iliescu knapp 48 Prozent der Stimmen. Auf den Kandidaten der oppositionellen „Demokratischen Konvention“, Emil Constantinescu, entfallen knapp 20 Prozent. Da keiner die absolute Mehrheit erreicht, müssen im Oktober Stichwahlen durchgeführt werden.
Wegen der Zersplitterung der Oppositionsparteien bleibt die von Alt-Kommunisten dominierte FDSN auch nach den am selben Tag durchgeführten Wahlen zum Abgeordnetenhaus und Senat stärkste politische Kraft in Rumänien.

11. Oktober 1992
Rumäniens Präsident Ion Illiescu wird in der Stichwahl mit über 60 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Er ernennt Anfang November den parteilosen Wirtschaftsexperten Nicolae Vacaroiu zum neuen Regierungschef.

1992
Auf Initiative der Türkei wird zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Schwarzmeerstaaten (Türkei, Ukraine, Bulgarien, Georgien, Griechenland, Moldawien, Rumänien, Rußland) die „Schwarzmeerkonferenz“ ins Leben gerufen. Künftig sollen jährliche Gipfeltreffen der jeweiligen Staats- und Regierungschefs stattfinden.

Neuer Regierungschef wird der Alt-Kommunist Nicolae Vacaroiu.

Ende Februar 1993
An einem Generalstreik aus Protest gegen Kaufkraftverlust und für Lohnerhöhungen beteiligen sich in ganz Rumänien mindestens 2,5 Millionen Arbeitnehmer.

Mitte 1993
Die „Demokratische Front der nationalen Rettung“ von Präsident Ion Iliescu wird in „Sozialdemokratische Partei Rumäniens“ umbenannt.
Der IWF (Internationaler Währungsfonds) sagt Rumänien zur Unterstützung seines Wirtschaftsreformprogramms (u.a. Privatisierung von Staatsbetrieben) Kredite in Höhe von rund 455 Millionen US-Dollar zu.
Zigtausende gehen in Bukarest auf die Straße und fordern den Rücktritt von Staatspräsident Ion Illiescu und der Regierung von Nicolae Vacaroiu, der man Unfähigkeit und Korruption vorwirft, sowie Lohnerhöhungen.

Oktober 1993
Rumänien wird Vollmitglied im Europarat sowie assoziiertes Mitglied der Europäischen Union. Die Parlamentarische Versammlung des Europarats hatte der Aufnahme unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass Änderungen im rumänischen Rechts- und Verfassungssystem bezüglich Minderheitenschutz, Gewaltenteilung und Pressefreiheit auch umgesetzt werden.

1994
Rumänien schließt sich dem NATO-Programm „Partnerschaft für den Frieden“ an.
Landesweit kommt es immer wieder zu umfangreichen Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen gegen die von Alt-Kommunisten dominierte Regierung, die man für den noch immer sinkenden Lebensstandard aufgrund einer verfehlten Wirtschaftspolitik verantwortlich macht.
Internationale Menschenrechtsorganisationen werfen der rumänischen Regierung Menschenrechtsverletzungen vor allem gegenüber den Zigeunern, aber auch Mißhandlung und Folterung von Gefangenen vor.

Mitte Mai 1994
Der deutsche Bundespräsident Roman Herzog verspricht der rumänischen Regierung während eines Aufenthalts in Rumänien Unterstützung beim Übergang zur Marktwirtschaft sowie bei der angestrebten Integration in EU und NATO. Zudem fordert er die überwiegend in Siebenbürgen lebende deutschstämmige Minderheit auf, in Rumänien zu bleiben und verspricht auch ihnen Hilfe. (Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten in Rumänien rund 400.000 Deutsche, heute sind es nur noch rund 85.000.)

Dezember 1994
Die Auslandsverschuldung Rumäniens liegt derzeit bei rund 4,5 Milliarden US-Dollar.
Das sechste Mißtrauensvotum seit 1992 gegen die Regierung von Nicolae Vacariou scheitert im Abgeordnetenhaus mit 206 gegen 249 Stimmen. Die Opposition begründete auch diesen Antrag mit dem Versagen in der Wirtschaftspolitik.

1995
Rumänien beantragt formell die Aufnahme in die Europäische Gemeinschaft.

Das Parlament verabschiedet ein Gesetz zur Beschleunigung der Privatisierung. Neben der Vergabe von Privatisierungsgutscheinen an alle volljährigen Staatsbürger, die in Aktien von zur Privatisierung vorgesehenen Staatsbetrieben (etwa 3.000) eingetauscht werden können, sollen rund 45 Prozent dieser Unternehmen an in- und ausländische Investoren verkauft werden.

Ein von Präsident Ion Illiescu in Kraft gesetztes Gesetz sieht vor, dass in den Schulen des Landes nicht mehr die „Geschichte Rumäniens“ sondern die „Geschichte der Rumänen“ unterrichtet wird und dass Prüfungen an den höheren Schulen nur noch in rumänischer Sprache absolviert werden dürfen. Sowohl die nationalen Minderheiten in Rumänien als auch der Europarat reagieren mit heftiger Kritik.

12. Februar 1996
Das rumänische Parlament verabschiedet das „Staatsgeheimnisgesetz“, das die Regierung ermächtigt, Vorgänge und Dokumente im Bereich der nationalen Sicherheit, des Verteidigungs- und Währungssystems sowie der Außenpolitik geheimzuhalten.

Während das Pro-Kopf-Einkommen auf etwa 70 Prozent des Standes von 1991 abgesunken ist, hat sich die Auslandsverschuldung Rumäniens aufgrund von Mißwirtschaft mittlerweile auf fast 6,5 Milliarden US-Dollar erhöht. IWF und Weltbank haben wegen Nichterfüllung von wirtschaftlichen Reformauflagen die Auszahlung von weiteren fast 300 Millionen US-Dollar an Rumänien suspendiert.

16. September 1996
Regierungschef Nicolae Vacaroiu und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn unterzeichnen den ungarisch-rumänischen Grundlagenvertrag. Die Vertragspartner erkennen die Unverletztlichkeit der gemeinsamen Grenze an, verzichten auf jegliche territoriale Ansprüche und garantieren die Rechte der jeweils zur anderen Nationalität gehörenden ethnischen Minderheiten. (In Rumänien leben etwa 1,6 Millionen Ungarn.)

November 1996
Das oppositionelle konservativ-liberale Parteienbündnis „Demokratische Konvention“ (CDR) von Emil Constantinescu erringt bei den Parlamentswahlen am 2. November sowohl für die Abgeordnetenkammer als auch für den Senat knapp 31 Prozent der Stimmen und wird damit stärkste politische Kraft in Rumänien, gefolgt von der „Sozialdemokratischen Union“ (USD). Die gleichzeitig durchgeführten Präsidentschaftswahlen ergeben für keinen der 16 Kandidaten die absolute Mehrheit. Bei der Stichwahl am 17. November kann sich allerdings der 56jährige ehemalige Rektor und Geologie-Professor der Bukarester Universität, Emil Constantinescu, gegen seinen Hauptkonkurrenten, Amtsinhaber Ion Illiescu, mit fast 55 Prozent der Stimmen durchsetzen. Nach seiner Vereidigung am 29. November ernennt Constantinescu den erst vor wenigen Monaten zum Bürgermeister von Bukarest ernannten Rechtsanwalt Victor Ciorbea – er ist Vorstandsmitglied der „Christlich-Demokratischen Nationalen Bauernpartei“ (PNTCD) – zum neuen Ministerpräsidenten einer konservativ-liberalen Koalitionsregierung von CDR und USD. Erstmals seit 1945 werden in das 28köpfige Kabinett auch zwei Vertreter der „Ungarischen Demokratischen Union“ aufgenommen. Erste wirtschaftspolitische Maßnahmen der neuen Regierung sind die Senkung der Einkommenssteuer, Einführung einer Mindestrente sowie Erleichterungen von Auslandsinvestitionen.

15. Februar 1997
Regierungschef Victor Ciorbea legt angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage Rumäniens ein umfangreiches „Programm zur Rettung der nationalen Wirtschaft“ vor, das radikale Reformen (Privatisierung von rund 3.600 Staatsbetrieben, Preisfreigabe, Schließung unrentabler Unternehmen, Sparmaßnahmen) beinhaltet. Insgesamt sollen bis 1999 drei Erdölraffinerien, 20 Industriebetriebe und ein Drittel der 100 Kohlengruben geschlossen werden. Um den nicht zu vermeidenden Anstieg der Arbeitslosenquote und der Preise für Konsumgüter sozial verträglich zu machen, sollen die Sozialleistungen erhöht werden. Darüber hinaus will man mit aller Härte gegen die überhandnehmende Korruption und Banden-Kriminalität vorgehen.

28. Februar 1997
Der rumänische Ex-König Mihai I. (Michael) und seine Frau Anna von Bourbon-Parma treffen zu einem sechstägigen Rumänien-Besuch in Bukarest ein und werden von Hunderten von Anhängern stürmisch begrüßt.

12. März 1997
Beim Besuch des neuen rumänischen Regierungschefs Victor Ciorbea in der ungarischen Hauptstadt Budapest werden verschiedene Wirtschaftsabkommen zwischen Ungarn und Rumänien unterzeichnet.

21. Juni 1997
Ein Hagelsturm fegt über Rumänien hinweg, wobei sieben Menschen von eigroßen Hagelkörnern erschlagen und mindestens weitere 70 verletzt werden.

8. Juli 1997
Die Staats- und Regierungschefs der 16 NATO-Staaten einigen sich auf dem Gipfeltreffen in Madrid auf eine Aufnahme von Polen, Tschechien und Ungarn in das westliche Verteidigungsbündnis für 1999. Der Aufnahmeantrag von Rumänien und Slowenien wird abgelehnt.

11. Juli 1997
Bill Clinton ist der erste Präsident der USA seit 20 Jahren, der Rumänien besucht. Er hatte zwar die Ablehnung einer Aufnahme Rumäniens in die NATO durchgesetzt, bietet der Regierung in Bukarest nun aber eine „strategische Partnerschaft“ an, die den Weg in eine Vollmitgliedschaft des Verteidigungsbündnisses ebnen kann.

13. Juli 1997
Die EU-Kommission in Straßburg empfiehlt dem EU-Parlament die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen in die EU mit Ungarn, Polen, Tschechien, Slowenien, Estland und Zypern. Die übrigen Bewerberstaaten Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Lettland und Litauen würden die für eine Aufnahme notwendigen politischen und wirtschaftlichen Kriterien (noch) nicht erfüllen.

Anfang August 1997
Schwere Stürme und Überschwemmungen lösen im Süden Rumäniens Erdrutsche aus. Dabei werden zahlreiche Häuser unter den Schlammmassen begraben und mehrere Dörfer vom Telefon- und Stromnetz abgeschnitten.

3. November 1997
Mit dem Ziel, die Spannungen zwischen ihren Staaten abzubauen und die Wirtschaftsbeziehungen zu fördern, kommen auf der griechischen Insel Kreta die Staats- und Regierungschef der sieben Balkanländer Griechenland, Türkei, Bulgarien, Albanien, Makedonien, Rumänien und Jugoslawien (Serbien und Montenegro) zu einem zweitägigen Gipfeltreffen zusammen; Bosnien-Herzegowina entsendet nur seinen Vize-Außenminister zu den Gesprächen, und Kroatien sowie Slowenien schicken überhaupt keinen Vertreter nach Heraklion, da sie sich nicht als Balkanstaaten betrachten.

26. November 1997
In Bukarest findet ein Gipfeltreffen zwischen Staatspräsident Emil Constaninescu und seinem polnischen Amtskollegen Aleksander Kwasniewski sowie dem Staatsoberhaupt der Ukraine, Leonid Kutschma, statt. Die drei Länder, die erst Anfang des Jahres ihre langwährenden Konflikte untereinander mit diversen Freundschaftsabkommen beigelegt haben, wollen ihre Zusammenarbeit in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen nun vertiefen.

Januar 1998
Die Uneinigkeit der Koalitionspartner hinsichtlich des von Regierungschef Victor Ciorbea 1997 vorgelegten Reformprogramms, das deswegen wieder ins Stocken geraten ist, führt zu einer schweren Regierungskrise, die Ende März mit dem Rücktritt von Ciorbea endet. Neuer Ministerpräsident wird Mitte April der Vorsitzende der PNTCD, Radu Vasile.

Mitte Juni 1998
Eine Hochwasser-Katastrophe, ausgelöst durch tagelange sintflutartige Regenfälle, fordert in Rumänien mindestens 20 Tote.

31. Dezember 1998
Die Auslandsverschuldung Rumäniens ist inzwischen auf über acht Milliarden US-Dollar angestiegen und der Lebensstandard sinkt trotz eines leichten Wirtschaftswachstums weiter. In Anbetracht des mittlerweile erfolgreich angelaufenen Reformprogramms – u.a. wurden bisher etwa 85 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche an die früheren Besitzer zurückgegeben und der Privatisierungsprozess der Staatsunternehmen wird voraussichtlich bis Ende 2000 abgeschlossen sein – geben IWF und Weltbank Rumänien trotzdem neue Kreditzusagen von insgesamt rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Ein Teil davon soll für eine weitere Verbesserung der Infrastruktur und den Ausbau der Tourismusbranche, die längst zu einer bedeutenden Devisenquelle geworden ist, verwendet werden. Eines der Touristenziele ist das fast 5.640 Quadratkilometer große Donau-Delta, das mit unzähligen Kanälen, Schilfinseln, dichten Wäldern und etwa 300 verschiedenen Vogelarten eines der letzten Naturparadiese Europas ist. So richtig „powern“ will Rumänien in Sachen Fremdenverkehr mit der Sonnenfinsternis am 11. August 1999. Laut NASA soll man die zwei Minuten und 23 Sekunden dauernde totale Sonnenfinsternis am besten von der rumänischen Stadt Ramnicu Valcea aus beobachten können, und Bukarest ist sogar die einzige Hauptstadt, die kurzzeitig keinen einzigen Sonnenstrahl abbekommt. Dort wird der weltberühmte Tenor Luciano Pavarotti vor dem „Haus des Volkes“ das Naturschauspiel besingen.

Januar 1999
Die Regierung, die seit 1997 zahlreiche unrentable Minen geschlossen und rund 90.000 Bergarbeiter entlassen hat, kündigt die Schließung weiterer unrentabler Zechen an, u.a. vier im Kohleabbaurevier Schiltal. Daraufhin treten dort rund 20.000 Kumpel in Streik.

19. Januar 1999
Bei Zusammenstößen zwischen rund 10.000, vom Kohlerevier Schiltal in Richtung Bukarest marschierenden, streikenden Bergarbeitern, und Spezialtruppen der rumänischen Polizei werden zahlreiche Menschen verletzt. Die Kumpel fordern neben einer Lohnerhöhung von 35 Prozent bzw. einer Abfindung von 10.000 US-Dollar im Falle einer Entlassung und der Wiedereröffnung von zwei bereits geschlossenen Zechen auch die Entlassung mehrerer Minister. Staatspräsident Emil Constantinescu erklärt, dass er alle gesetzlichen Mittel ausschöpfen werde, um eine Störung der öffentlichen Ordnung zu verhindern.

22. Januar 1999
Nach mehrstündigen Verhandlungen einigt sich der rumänische Regierungschef Radu Vasile mit dem radikalen Gewerkschaftsführer Miron Cozma, der bereits im Jahre 1991 einen Marsch der Bergleute in Richtung Bukarest organisiert hatte: Vasile verspricht eine Erhöhung der Löhne und die Wiedereröffnung von zwei Kohlezechen unter der Bedingung, dass sich die Gewerkschaft an deren Sanierung mit dem Ziel beteiligt, sie bis 2004 aus den roten Zahlen herauszuführen. Daraufhin brechen die streikenden Bergarbeiter ihren Protestmarsch in Richtung Bukarest ab, womit die Gefahr eines Bürgerkriegs in Rumänien offenbar gebannt ist.

16. Februar 1999
Bergarbeiterführer Miron Cozma wird für den von ihm initiierten Protestmarsch von rund 5.000 Bergleuten auf Bukarest im Jahre 1991 – bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften waren damals mehrere Menschen ums Leben gekommen und einige Hundert verletzt worden – vom Obersten Gericht in Bukarest in Abwesenheit zu 18 Jahren Haft verurteilt. Daraufhin streiken erneut tausende Kumpel in den rumänischen Bergwerken und Cozma bricht mit einigen hundert Bergleuten von Petrosani aus zu einem neuen Marsch in Richtung Hauptstadt auf. Gleichzeitig kündigen die Anwälte Cozmas an, sie wollten beim Obersten Gericht eine Verschiebung der Festnahme ihres Mandanten um drei Monate beantragen sowie beim Staatspräsidenten um seine Begnadigung ersuchen.

17. Februar 1999
Rumänische Sicherheitskräfte beenden in stundenlangen Straßenschlachten den neuerlichen Protestzug von Bergarbeitern auf Bukarest. Dabei kommt mindestens ein Demonstrant ums Leben, Dutzende werden verletzt. Rund 500 Demonstranten werden festgenommen, darunter auch Gewerkschaftsführer Miron Cozma, der am Vortag in Abwesenheit vom Obersten Gericht in Bukarest zu 18 Jahren Haft verurteilt worden war.

28. Februar 1999
Um die Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Gewährung weiterer Kredite zu erfüllen, setzt Regierungschef Radu Vasile im Parlament die Verabschiedung eines radikalen Sparhaushalts für 1999 durch.

21. März 1999
Die Führung in Bukarest, die bereits im Oktober 1998 den Luftraum über Rumänien für NATO-Flüge unter der Voraussetzung freigegeben hat, dass diese aus humanitären Gründen zur Rettung von Menschenleben notwendig sind, sowie die Nutzung des Flughafens von Temesvar genehmigt hat, erklärt, dass Rumänien „Seite an Seite mit der NATO“ stehen werde, wenn es im Kosovo zu einem militärischen Konflikt kommen sollte. Die NATO könne für Beobachtungsflüge den rumänischen Flugraum benutzen, darüber hinaus stünden eine rumänische Sanitär- und Peacekeeping-Einheit bereit.

April 1999
Da eine Beschiffung der Donau in Jugoslawien wegen Teilen der von der NATO zerstörten Brücken nicht mehr möglich ist, hängen zahlreiche rumänische Schiffer (wie auch ihre ukrainischen, russischen und bulgarischen Kollegen) in süddeutschen, österreichischen und ungarischen Häfen fest und sind auf die Hilfe der dortigen Behörden bzw. auf Lebensmittelspenden der Bevölkerung angewiesen.

7. Mai 1999
Papst Johannes Paul II. wird auf dem Bukarester Flughafen von dem rumänischen Präsidenten Emil Constantinescu und dem Patriarchen Teoctist empfangen. Der dreitägige Rumänienbesuch ist die erste Reise eines Oberhauptes der katholischen Kirche in ein Land mit überwiegend christlich-orthodoxer Bevölkerung (ca. 90%) und soll zum Abbau der Spannungen zwischen Katholiken und Orthodoxen beitragen. Allerdings wird dem Papst ein Besuch Siebenbürgens, wo die meisten der rumänischen Katholiken leben, nicht genehmigt.

12. Juli 1999
Bei einem durch heftige Regenfälle ausgelösten Erdrutsch in der südwestrumänischen Bergregion Retezat kommen in einer Arbeitersiedlung mindestens fünfzehn Menschen ums Leben.

14. Dezember 1999
Staatspräsident Emil Constantinescu setzt den christdemokratischen Ministerpräsidenten Radu Vasile ab und ernennt Nationalbank-Chef Mugur Isarescu zum neuen Regierungschef, nachdem alle fünf in der Regierung vertretenen Parteien Vasile das Vertrauen entzogen hatten.

30. Januar 2000
Im Nordwesten Rumäniens nahe Baia Mare (Neustadt) bricht der Damm eines Auffangbeckens des Goldbergwerkes „Aurul“, das von der australischen Firma Esmeralda betrieben wird. Rund 100.000 Kubikmeter Giftschlamm, kontaminiert mit hochgiftigen Zyaniden und Schwermetallen, ergießen sich in einen Zufluss des Somes und verursachen eine Öko-Katastrophe, die von Umweltexperten als die schwerste seit dem Atomunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 bezeichnet wird: Die Giftflut gelangt über den Somes (Szamos) am 2. Februar in Ungarn in die Theiß (Tisza), erreicht am 13. Februar in Jugoslawien die Donau, wenn auch bereits in einer wesentlich geringeren Konzentration, und schließlich nach weiteren zehn Tagen das z.T. unter Naturschutz stehende Delta am Schwarzen Meer – zum Glück mittlerweile so stark verdünnt, dass keine akute Gefährdung für die dortige Tier- und Pflanzenwelt besteht.
Im Unterlauf des Somes und im Oberlauf der Theiß jedoch ist laut Berichten der internationalen Umweltorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) praktisch alles Leben vernichtet, und es wird Jahre dauern, bis sich die Gewässer wieder erholen werden.

15. Februar 2000
Zwischen Rumänien und der Europäischen Union werden – zeitgleich mit Bulgarien, Lettland, Litauen, der Slowakei und Malta – offizielle Beitrittsverhandlungen aufgenommen.

4. März 2000
In der Nordsee etwa 60 Seemeilen vor der niederländischen Küste gerät der rumänische Frachter „Lugoj“ wegen verrutschter Ladung in Seenot und sinkt. Alle 17 Crewmitglieder können von der niederländischen Küstenwache gerettet werden.

10. März 2000
Nach einem weiteren Dammbruch in einem rumänischen Bergwerk in Baja Borsa (etwa 120 östlich von Baia Mare) ergießen sich erneut rund 22.000 Tonnen schwermetallhaltigen Klärschlamms in einen kleinen Nebenfluß der Theiß.

8. April 2000
Tagelange sintflutartige Regenfälle führen in Rumänien zu schweren Überschwemmungen. In den Fluten kommen mindestens zehn Menschen ums Leben.

19. Mai 2000
Die Außenminister der osteuropäischen Staaten Albanien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Makedonien, Rumänien, Slowakei und Slowenien fordern während eines Treffens in der litauischen Hauptstadt Wilna die NATO auf, ihren Staaten bis zum Jahr 2002 eine Einladung zur Aufnahme in das westliche Militärbündnis auszusprechen.

Juni 2000
Der Zusammenbruch des Nationalen Investitionsfonds (FNI) sowie Zahlungsprobleme der Rumänischen Volksbank (BRP), der größten privaten Kreditgenossenschaft, führen zur schwersten Finanzkrise Rumäniens seit der politischen Wende 1989. Von dem Bankencrash sind mindestens 500.000 Rumänen betroffen.

26. November 2000
Bei den Parlamentswahlen in Rumänien erringt die sozialdemokratische PDSR (Partidul Democrat Social Roman) von Ex-Staatschef Ion Iliescu 38 Prozent der Stimmen bzw. 155 von 346 Mandaten (1996: 91 von 343). An zweiter Stelle liegt die PRM (Partidul Romania Mare/Partei des Großen Rumänien) von Corneliu Tudor Vadim mit 84 Sitzen (1996: 19).

10. Dezember 2000
Die Stichwahl um das Amt des rumänischen Staatspräsidenten gewinnt Ex-Staatschef Ion Iliescu (1990-96) mit 67 Prozent der Stimmen gegen seinen Kontrahenten, den Rechtsextremisten Corneliu Tudor Vadim.

20. Dezember 2000
Ion Iliescu wird als neuer rumänischer Staatspräsident vereidigt. Er tritt die Nachfolge von Emil Constantinescu an, der nach nur einer Amtszeit auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Zu seinen Hauptzielen erklärt Iliescu die Fortsetzung der Integration in die Europäische Union und in die NATO sowie den wirtschaftlichen Aufbau Rumäniens auf der Basis einer funktionierenden Marktwirtschaft.

28. Dezember 2000
Das rumänische Parlament wählt Adrian Nastase (PDSR) zum Regierungschef. Auch er nennt die Sanierung der „ausgebluteten Wirtschaft“ als wichtigste Aufgabe seines Kabinetts.

31. Dezember 2000
Für den Großteil der Bevölkerung in Rumänien hat sich seit dem Sturz der kommunistischen Diktatur vor elf Jahren so gut wie nichts verändert. Nach wie vor lebt die große Masse der Rumänen in bitterster Armut. Und das Leben in Rumänien wird immer teurer: Ein Laib Brot kostet derzeit 5.000 Lei, ein Liter Benzin 11.000 Lei, ein Kilo Fleisch 90.000 Lei und ein Dacia (rumänisch-französische Automarke) 70 Millionen Lei. Doch ein Rentner z.B., der im Landwirtschaftsbereich gearbeitet hat, erhält nur zwischen 200.000 und 600.000 Lei monatlich und die meisten Arbeiter nicht viel mehr. In gleichem Maße wie sich das Heer der Arbeitslosen durch die fortschreitende Privatisierung, die zumeist in Händen der Mafia liegt, vergrößert, wächst auch die Unzufriedenheit der rumänischen Bevölkerung und ihre Wut gegen unfähige bzw. korrupte Politiker.

1. Januar 2001
Rumänien schafft die Visapflicht für Bürger der Europäischen Union ab.

20. Januar 2001
Regierungschef Adrian Nastase wird zum Vorsitzenden der PDSR gewählt. (Ion Iliescu hatte dieses Amt nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten gemäß der Verfassung niedergelegt.)

Mitte Februar 2001
In Bukarest gehen zahlreiche Mitglieder von Tierschutzorganisationen auf die Straße und demonstrieren gegen das Vorhaben der Stadtverwaltung, Anfang März alle herrenlosen Hunde einfangen und töten zu lassen, nachdem deren Zahl trotz mehrerer Sterilisierungskampagnen auf schätzungsweise rund 200.000 angestiegen ist. Allein im vergangenen Jahr sollen die Streuner über 20.000 Menschen gebissen haben.

20. Februar 2001
Regierungschef Adrian Nastase kündigt die „unverzügliche“ Privatisierung von rund fünf Dutzend staatlichen Großbetrieben an. Der Verkauf der Staatsunternehmen ist Teil eines Reformprogramms, das Weltbank und IWF (Internationaler Währungsfonds) für die Einräumung eines Dreijahres-Kredits von 1,5 Milliarden US-Dollar zur Bedingung gemacht hatten.

18. Mai 2001
Ex-König Mihai I. (Michael) aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen und seine Frau Anna von Bourbon-Parma treffen zu einem dreiwöchigen Aufenthalt in Bukarest ein. Unter anderem will sich der ehemalige Monarch, der 1947 zur Abdankung und Emigration gezwungen wurde und heute in der Schweiz lebt, zu Gesprächen mit Staatspräsident Ion Iliescu treffen, der ihm während seiner ersten Amtszeit (1990-96) stets die Einreise nach Rumänien verweigert hatte. Erst Präsident Emil Constantinescu (1996-2001) genehmigte dem Paar 1997 einen ersten sechstägigen Rumänien-Besuch.

5. Juni 2001
Bei einem durch Schweißarbeiten an einem Öltank ausgelösten Brand auf einem unter maltesischer Flagge fahrenden Tanker kommen im rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta zwölf Seeleute ums Leben.

7. August 2001
Eine Methangasexplosion in rund 350 Metern Tiefe fordert in einem Kohlebergwerk im Westen Rumäniens vierzehn Tote.

29. Januar 2002
Die sozialdemokratische Minderheitsregierung von Adrian Nastase und der Demokratische Verband der Ungarn Rumäniens (UDMR) verlängern ihr Abkommen zur parlamentarischen Zusammenarbeit um ein weiteres Jahr. Der UDMR verpflichtet sich, im Verlauf des Jahres keinen Mißtrauensantrag gegen die Regierung zu stellen bzw. keinen solchen einer anderen Partei zu unterstützen. Als Gegenleistung erhält der UDMR die Zusage für eine Regelung der Eigentumsverhältnisse bis Ende 2002. Dabei geht es um Entschädigungen oder die Rückgabe des von den Kommunisten verstaatlichten Besitzes der ungarischen Minderheit und der Kirchen aller Konfessionen.

27. März 2002
Die Regierung beschließt die Schaffung einer mit besonderen Befugnissen ausgestatteten Sonderstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung schwerer Korruption. Korruption stellt in Rumänien ein gravierendes Problem dar. Allein seit Anfang des Jahres wurden über 1.000 Fälle aktenkundig. Nicht zuletzt deshalb fließen die dringend benötigten ausländischen Direktinvestitionen nach wie vor nur spärlich. Weitere Gründe für die Zurückhaltung vor allem von mittelständischen Investoren sind die Willkür der Verwaltung und eine erhebliche Rechtsunsicherheit.

30. April 2002
Beide Häuser des Parlaments billigen eine Zusage von Staatschef Ion Iliescu, Rumänien werde sich an der internationalen Friedenstruppe in Afghanistan (ISAF) beteiligen. Man erhofft sich in Bukarest dadurch offenbar eine Einladung zum NATO-Beitritt und einen klaren Zeitplan für eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union.

21. Februar 2003
Die USA informieren Rumäniens Staatspräsidenten Ion Iliescu offiziell, dass sie den Flughafen und Militärstützpunkt nahe der südostrumänischen Hafenstadt Konstanza im Falle eines Feldzugs gegen den Irak als Reservebasis und für Transitflüge nutzen werden.
Rumänien, das zu den zehn osteuropäischen Staaten gehört, die den USA am 5. Februar in einer gemeinsamen Erklärung ihre Unterstützung im Irak-Konflikt zusagten, hat den USA Luftraum, Flughäfen und sonstige Infrastruktur sowie vier Einheiten der Armee für einen eventuellen Militäreinsatz im Irak zur Verfügung gestellt. Das rumänische Kontingent soll knapp 300 Soldaten umfassen, darunter eine Spezialeinheit für chemische und bakteriologische Waffen, Militärpolizisten sowie eine Pionierheinheit. Die beiden Häuser des rumänischen Parlaments hatten sich am 12. Februar in einer gemeinsamen Sitzung mit 351 gegen zwei Stimmen bei 74 Enthaltungen für eine Beteiligung Rumäniens an einer Militäraktion ausgesprochen. Die Forderung der rechtsextremen großrumänischen PRM, zunächst eine Entscheidung des UN-Sicherheitsrates abzuwarten, wurde abgelehnt. Die Abgeordneten und Senatoren der PRM hatten darauf verwiesen, dass sich ihr Standpunkt völlig mit dem Deutschlands, Frankreichs und Belgiens decke.

26. März 2003
Im Zuge der bisher größten NATO-Erweiterungsrunde unterzeichnen die sieben Beitrittskandidaten Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, Slowenien und die Slowakei die Verträge. Sie werden voraussichtlich im Mai 2004 Mitglieder der Allianz.

22. Oktober 2003
Mit einer überwältigender Mehrheit von 90 Prozent haben sich die Rumänen am Tag zuvor für eine Verfassungsreform ausgesprochen, die als wichtiger Schritt des Landes auf seinem Weg in die Europäische Union gilt. Die neue Verfassung schreibt u.a. das Recht auf Privatbesitz fest, ermöglicht Ausländern den Erwerb von Immobilien und schafft die Wehrpflicht ab.

Die Wahlbeteiligung lag nach Behördenangaben bei rund 55 Prozent. Wahlbeobachter und Medien berichteten allerdings über massive Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung. So habe in einem Dorf der Bürgermeister Rentnern gedroht, ihre Bezüge würden nicht ausbezahlt, wenn sie nicht zur Abstimmung gingen.

23. Oktober 2003
Die UN-Vollversammlung in New York wählt fünf neue Mitgliedsländer des Weltsicherheitsrats. Im höchsten Entscheidungsgremium der Vereinten Nationen werden ab 2004 für zwei Jahre Algerien, Benin, Brasilien, die Philippinen und Rumänien vertreten sein.

5. Januar 2004
Der neue NATO-Generalsekretär Jakob Gijsbert (Jaap) de Hoop Scheffer sagt im Brüsseler Hauptquartier, dass sich das Bündnis im Jahr 2004 vor allem auf seinen Einsatz in Afghanistan konzentrieren werde, wo die NATO das Kommando über die internationale Unterstützungstruppe ISAF hat, auch wenn ein stärkeres Engagement im Irak erwartet werde und nicht ausgeschlossen sei.

Jaap de Hoop Scheffer war von 1997 bis 2001 Fraktionsvorsitzender der niederländischen Christlich-Demokratischen Alianz (CDA) und seit Sommer 2002 Außenminister der Niederlande. Der 55jährige ehemalige Diplomat ist der dritte Niederländer auf diesem Posten und Nachfolger des Briten George Robertson, der das Amt vom 5. Oktober 1999 bis 31. Dezember 2003 innehatte.

29. März 2004
Die NATO vollzieht die umfassendste Erweiterung ihrer Geschichte: Die Regierungschefs der sieben osteuropäischen Staaten Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien besiegeln im Beisein von US-Präsident George W. Bush und NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer im Weißen Haus in Washington mit der Hinterlegung der Beitrittsurkunden offiziell die Mitgliedschaft im mächtigsten Militärbündnis der Welt. Mit den Neulingen wächst die NATO auf 26 Mitglieder. Alle sieben neuen Mitglieder haben enge Beziehungen zu den USA und haben durchweg den Irak-Krieg vorbehaltlos unterstützt. Gestützt durch die neuen Mitglieder erhöhen die USA nun den Druck auf die Verbündeten, einem Einsatz im Irak zuzustimmen, d.h. US-Außenminister Colin Powell fordert das Bündnis auf, bis zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer Ende Juni in Istanbul Möglichkeiten für ein Engagement zu prüfen. Deutschland z.B. hat bereits unmissverständlich eine klare Absage erteilt.

Rußland hatte sich besorgt über die zweite Runde der NATO-Osterweiterung nach dem Beitritt der früheren Warschauer-Pakt-Staaten Polen, Tschechien und Ungarn im Jahr 1999 geäußert, die Ausdehnung des Bündnisses aber letztendlich hingenommen.

Am 1. Mai 2004 werden Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei und Slowenien auch Mitglieder der Europäischen Union. Damit gehören von den 26 NATO-Ländern 19 auch der EU an. Bulgarien und Rumänien sollen erst 2007 folgen.



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