Die Wirtschaft in Rumänien, Konsum & Außenhandel




Wirtschaftspolitische Veränderungen in Rumänien

Inzwischen werden in Rumänien 70% vom BIP im privaten Sektor erzeugt. Über die Privatisierung der größten rumänischen Bank, BCR, steht die Entscheidung noch vor Ende 2005 an. Mit dem Rückzug der Deutschen Bank ist indes kein deutsches Kreditinstitut mehr im Rennen. Im Verlauf von 2006 soll dann auch noch die Sparkasse CEC entstaatlicht werden. Im Transformationsprozess gab es 2005 auch Fortschritte bei der Liberalisierung des Energiemarktes und des Kapitalverkehrs. In der Stromdistribution soll die fünfte der acht Gesellschaften Anfang 2006 in private Hände übergehen. Das Auslandsinteresse ist äußerst groß und E.ON, EnBW Energie und RWE Energy befinden sich unter den Bietern.




Die Wirtschaft in Rumänien

- Konsum & Außenhandel


Die Käufe langlebiger Konsumgüter und von Pkw nahmen 2005 eine stürmische Entwicklung. Oft noch werden diese Güter zum ersten Mal beschafft. Die Einzelhandelumsätze lagen bis August um 18% höher als vor Jahresfrist, im Non-Food-Bereich sogar um 33%. Die Einfuhren von langlebigen Gebrauchsgütern schnellten um 24,2% in die Höhe (1. Halbjahr 2005), von Pkw sogar um 58,8%. Ermöglicht hat diesen Boom die rasche Expansion der Verbraucherkredite auch in Form von Leasing-Verträgen (mit Monatsraten von 30 bis 80%, im Jahresvergleich), hohe Reallohnsteigerungen, die Senkung der Einkommenssteuer und nicht zuletzt die Lei-Aufwertung. Ende September hat die Zentralbank dann das Kreditvolumen der Banken begrenzt. Die Inflation kann 2006 voraussichtlich weiter abgebaut werden, aber nicht mehr so schnell wie zuvor (2005 auf rd. 9%), und der Zielkorridor der Zentralbank (4 bis 6%) dürfte außer Reichweite sein.

Außenhandel
Rumäniens Handelsbilanzdefizit weitet sich aus, auch im Verhältnis zum BIP (2005: ca. 10% BIP-Anteil und 2006 über 12%). In den ersten zehn Monaten von 2005 lag der Fehlbetrag um fast 50% höher als ein Jahr zuvor. Die Einfuhren werden wegen des großen Entwicklungsrückstandes des kommenden EU-Landes noch auf Jahre hinaus schneller als die Ausfuhren steigen.Auch Rumäniens Leistungsbilanz gerät immer tiefer in die roten Zahlen. Mit einem BIP-Anteil von rd. -8% in Jahr 2005 und voraussichtlich rd. -10% im Folgejahr bei weiter steigender Tendenz stellt sie eine Stabilitätsgefahr für das Land dar, zumal, wenn der Importsog für Konsumgüter anhält. Die Finanzierung der außenwirtschaftlichen Salden ist bislang wegen der hohen Mitteltransfers von Rumänen, die im Ausland arbeiten, unproblematisch (offiziell: 3,75 Mrd. Euro; inoffiziell vermutlich noch einmal soviel) und auch wegen des Zustroms von Auslandsinvestitionen (ebenfalls knapp 4 Mrd. Euro) sowie künftig verstärkt von EU-Hilfen.



Konsum und Handel in Rumänien



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